
Die Debatte über den gläsernen Bürger und den autoritären Überwachungsstaat ist in Zeiten des Internets und digitaler Datenvorratsspeicherung aktueller denn je. Wie viel Sicherheit, Kontrolle und Überwachung bedarf der Schutz der Freiheit? Einerseits gilt die Freiheit, nicht nur in der westlichen Welt, als höchstes Gut und als Grundlage sämtlicher gesellschaftlichen Beziehungen. So gilt es die Freiheit eines jeden zu schützen und jedem Angriff auf die Freiheit entgegen zu treten. Andererseits, und dies zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte, erzeugt das Bestreben die Freiheit zu schützen oftmals Unfreiheit und Einschränkungen. Denn die Freiheit ist nicht nur eine ethisch-moralische Verpflichtung, sondern auch der Gegenstand politischer Machtinteressen.

Ausgehend von Slawomir Mrozeks 1961 erschienenem Stück „Striptease“, in welchem er sich mit mit Machtmechanismen auseinander setzte und nicht nur die Willkür und die Absurdität staatlicher Kontrolle in einem kommunistischen System, sondern auch die psychologischen Folgen von Überwachung, Zwang und Gewalt für den Einzelnen in einer nach außen scheinbar intakten Gesellschaft untersuchte, soll in der Produktion STRIPTEASE gefragt werden, in wie weit Mechanismen von Überwachung, Kontrolle, Willkür und Demütigung sich auch heute noch als wirksam erweisen bzw. ein allgemein gültiges Phänomen von Herrschaft und Herrschaftsausübung sind. Welche Rolle spielt dabei das Verhältnis von Staat und Bevölkerung – das Foucault in Form eines „Sicherheitsvertrags“ beschreibt – und kann überhaupt von einer staatlichen, alle Macht innehabenden Gewalt ausgegangen werden oder erweisen sich Machtstrukturen als komplexer?


