
Walter und Jutta führen ein Leben, das geprägt ist von Angst und Agression und dem Versuch durch Betäubung sich der Wirklichkeit zu entziehen, der Versuch der Aufrechterhaltung einer Idee von Familienleben, das es nicht mehr gibt. Ein Leben miteinander ist nicht mehr möglich, ein Leben ohne einander auch nicht.
Es sind zwei Menschen, die sich so sehr an einander gewöhnt haben, dass selbst der Hass auf den Anderen sie nicht auseinander treiben kann. Sie leben in einem Zustand des völligen Stillstands, in dem keine Bewegung nach vorn oder hinten mehr möglich ist. Und so wird das Leben selbst unmöglich. Es bleibt nur eins: Aneinander zugrunde gehen.
Das Leben im 21. Jahrhundert ist eine Leben im Zeitalter der elektronischen Medien. Internet und Fernsehen bestimmten den Alltag der Menschen, welche sich in eine mediale Abhängigkeit begeben haben. Dadurch werden sie manipulierbar, was die Wahrnehmung der Welt einschließlich sich selbst betrifft, und isoliert, was das Verhältnis zu anderen Menschen anbelangt.
Diese Abhängigkeit führt letztlich zur Abschaffung jeder individuellen Freiheit zugunsten politischer und wirtschaftlicher Interessen, die sich weitgehend verselbständigt haben. Der Mensch spielt in einem solchen entmenschten System keine Rolle, er ist gewissermaßen unnötig – man kann ihn abschaffen, oder besser noch: er schafft sich selbst ab.
In der Schauspiel-Performance im freien Raum kann der Zuschauer hautnah das Schicksal einer Familie, die im Begriff ist sich aufzulösen miterleben, er betritt den Lebensraum zweier gescheiterter Existenzen und kann sich in ihrem Umfeld frei bewegen. Er ist nicht nur Beobachter, sondern wird Teil der Geschichte.

